Vom Schamanismus halte ich nicht viel. Für mich sieht das nach einer Kombination von Aberglauben, Naturverbundenheit und Ahnenkult aus. Gegen Naturverbundenheit an sich hab ich nichts. Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit halte ich für sehr wichtig. Abgesehen davon lässt sich das auch gut mit buddhistischer Lehre vereinbaren: Vergänglichkeit wird akzeptiert, aber man bemüht sich, die Vergänglichkeit nicht noch durch einen gedankenlosen und materialistischen Lebensstil einzuladen, sondern richtet den Blick auf das Wesentliche.
Für mich stellt sich auch die Frage, was vom Buddhismus übrig bleibt, wenn die buddhistische Philosophie durch hauptsächliche Beschäftigung mit Meditation und Ritualen zur Nebensache werden sollte. Hier ein Zitat von Prof. Dr. Michael von Brück (hier im Zusammenhang mit den Kontroversen um Dorje Shugden): "Ein Buddhismus, der seine geistige Kraft zur Befreiung vom Ego verliert, mutiert zu bloßem Schamanismus oder Geisterglauben, so der Dalai Lama."
Quelle:
http://info-buddhismus.de/shugden.htmlWie Buddhismus vermittelt wird, ist abhängig vom Lehrer, Schüler und der Lehrer-Schüler-Beziehung. Manche Lamas beginnen damit, zunächst die Meditation zu vermitteln und hoffen, dass dadurch beim Schüler ein Geisteszustand erreicht wird, der die Aufnahme und das tiefere Verständnis der Philosophie fördert. Das brigt natürlich das Risiko, dass die Philosophie nicht tiefgründig verstanden und somit zur Nebensache wird. Andere Lamas lehren zuerst die Philosophie als Grundlage und dann Meditation als Mittel zur Umsetzung. Da fällt es mir manchmal gar nicht so einfach, mich mit Mongolen über den Buddhismus auszutauschen, nicht nur, weil die Begriffe anders sind.